Aussetzen des Index: die Position der ALEBA Am Vorabend des 1. Mai.

Der Vorschlag der Regierung, welcher von zwei anderen Gewerkschaften unterstützt wird, stellt eine echte soziale Errungenschaft in Frage, die nicht nur für die ansässigen Arbeitnehmer und Grenzgänger, sondern auch für das gesamte Räderwerk der Wirtschaft des Landes sehr wichtig ist und den sozialen Frieden und die Kaufkraft garantiert: die automatische Indexierung der Löhne und Gehälter.

Obwohl wir es bedauern, dass wir nicht zur Tripartite über ein Thema das ALLE Arbeitnehmer betrifft, eingeladen wurden, möchte die ALEBA als Vertreterin eines sehr wichtigen Teils der luxemburgischen Wirtschaft dennoch ihren Standpunkt darlegen und sich entschieden gegen jede Manipulation des Indexes positionieren.

ALEBA begrüßt natürlich die Initiative der Steuergutschrift für Arbeitnehmer, aber sie ist bei weitem nicht ausreichend und vor allem zeitlich begrenzt, dies im Gegensatz zu einer dauerhaften Gehaltserhöhung.

Die Staffelung und die Obergrenze von 100.000 Euro steuerpflichtigem Einkommen pro Jahr sind ebenfalls fragwürdig.

Diese Steuergutschrift stellt also eine einmalige und vor allem zeitlich begrenzte Maßnahme dar, die nur einen Teil der Arbeitnehmer über einen sehr begrenzten Zeitraum unterstützen kann, während die Löhne bis zu einer möglichen nächsten Indextranche im Jahr 2023 eingefroren werden.

Das Einfrieren der Löhne würde das Loch zwischen den sozialen Klassen vergrößern, die Kaufkraft verringern, die Wirtschaft verlangsamen und damit das Risiko einer Rezession erhöhen.

ALEBA schlägt stattdessen vor, den Index niemals zu blockieren oder auszusetzen, insbesondere nicht für Geringverdiener, sondern seine Leistung zu staffeln und an die verschiedenen Lohngruppen anzupassen, so dass die Kaufkraft stets für alle wesentlichen und notwendigen Ausgaben gewährleistet bleibt, ohne notwendigerweise Luxus zu finanzieren.

Den Index beizubehalten bedeutet, den sozialen Frieden zu sichern und das Großherzogtum Luxemburg  weiterhin als ein Land der weltweiten Spitzengruppe zu halten, in dem es sich gut leben lässt, mit einer echten Mittelschicht und einer starken Kaufkraft.

Roberto Mendolia
Président de l’ALEBA