Die Gewerkschaft Aleba will sich für einen „anständigen“ Kollektivvertrag einsetzen

Luxemburg. Das Jahr 2016 war schrecklich, auf vielen Ebenen“. Klare Worte gab es am Donnerstag beim Neujahrsempfang der Aleba in Luxemburg. „Wir haben viele Themen in Angriff genommen, viele davon waren nicht einfach und wir mussten vielerorts handeln“, sagte Aleba-Präsident Roberto Scolati in seiner Rede. Mehrere Banken hätten im letzten Jahr Sozialpläne verkündet (Commerzbank, UBS und JP Morgan beispielsweise). Aber auch die Freihandelsabkommen TTIP/CETA und die Steuerreform der Regierung hätten der Gewerkschaft des Finanzsektors viel Kopfzerbrechen bereitet.

Eine weitere Sorge ist der Gesetzentwurf 7024. Der Regierungsbeschluss verfolge kein anderes Ziel, als „das Outsourcing im Bankensektor zu erleichtern und damit möglicherweise Tausende von Arbeitsplätzen zu opfern“. Auch nach der Unterredung mit Finanzminister Pierre Gramegna müsse man die Pläne „weiterhin im Auge behalten“.

Jetzt wird sich die Aleba gemeinsam mit den Gewerkschaften OGBL und LCGB für einen fairen Kollektivvertrag einsetzen. Sie forderen einen „anständigen, modernen, vereinfachten und unkomplizierten Kollektivvertrag“, sagte Roberto Scolati. „Attraktiv fir déi Jonk, der Realitéit vun der Aarbechtswelt a virum allem dem Finanzsecteur ugepasst“, fügte er hinzu. Eine erste Sitzung für die Aufteilung in Arbeitsgruppen sei für nächste Woche geplant.

Eine Nulllohnrunde kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage. Sie fordert eine Lohnerhöhung die „maßvoll aber realistisch ist“: eine lineare Anhebung von 1,50 Prozent zum 1. Januar 2017 und zum 1. Januar 2018, sowie eine Verbesserung von 2 Prozent zum 1. Januar 2019.

Des Weiteren fordert die Gewerkschaft die derzeitige Konjunkturprämie durch eine Prämie zu ersetzen, die einem Monatsgehalt (14. Monatsgehalt) entspricht und wie folgt berechnet wird: 25 Prozent bei weniger als 2 Dienstjahren, 50 Prozent bei weniger als 4 Dienstjahren, 75 Prozent bei weniger als 6 Dienstjahren und 100 Prozent nach 6 Dienstjahren.

Die drei Gewerkschaften haben ebenfalls vorgeschlagen, die Zahl der Ruhetage und Sonderurlaube zu erhöhen, sowie „das erlaubte Verlassen des Arbeitsplatzes auszuweiten, um es an die gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen.“ ndp

Luxemburger Wort vom Samstag, 21. Januar 2017, Seite 23