Verbesserter Kündigungsschutz: Die ALEBA begrüßt die Entscheidung, Artikel L. 121-6 des Arbeitsgesetzes vorübergehend auszusetzen

Artikel L. 121-6 des Arbeitsgesetzes, welcher besagt dass jeder Beschäftigte seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von drei Tagen übermitteln muss, wurde vorübergehend ausgesetzt.

Darauf hat der Regierungsrat am letzten 25. November hingewiesen. Im Falle einer Quarantäne oder Isolierung, die im Rahmen des Kampfes gegen das Coronavirus beschlossen wurde, kann diese Frist vom Arbeitnehmer nicht unbedingt eingehalten werden, da es Verzögerungen bei der Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen geben kann.

Mit der Aussetzung dieses Artikels entschied die Regierung, dass die Beschäftigten weiterhin den arbeitsrechtlichen Kündigungsschutz in Anspruch nehmen können.

In diesem Punkt begrüßt ALEBA die Entscheidung der Regierung und erinnert daran, dass jeder Arbeitnehmer in dieser Zeit durch die Covid-19-Pandemie verursachten Unruhen so weit wie möglich geschützt werden muss, natürlich auch vor Entlassung.

Die ALEBA erinnert daran, dass der Arbeitnehmer, um ein Fernbleiben von der Arbeit und einen Krankheitsurlaub rechtfertigen zu können, seinem Arbeitgeber und der Krankenkasse rechtzeitig das von einem Arzt ausgestellte ärztliche Attest zukommen lassen muss, das sowohl die Arbeitsunfähigkeit als auch ihre voraussichtliche Dauer bescheinigt.

Bei einer Abwesenheit von mehr als zwei Arbeitstagen ist ein ärztliches Arbeitsunfähigkeitszeugnis für die CNS erforderlich (darauf ist die 13-stellige luxemburgische nationale Identifikationsnummer anzugeben).  Der Arbeitgeber seinerseits kann ab dem ersten Tag der Abwesenheit ein ärztliches Attest verlangen. Der Mitarbeiter muss:

– Abschnitt 1 spätestens am dritten Tag (Datum des Poststempels) seiner Arbeitsunfähigkeit an die CNS senden.

– Abschnitt 2 spätestens am dritten Tag der Abwesenheit (am besten am ersten Tag) an ihren Arbeitgeber (oder ihren Vertreter) weiterleiten;

– Abschnitt 3 (selbst) aufbewahren.

Wenn der Arbeitnehmer nicht sicher sein kann, dass die Post rechtzeitig zugestellt wird, insbesondere wenn er sich im Ausland aufhält, ist es ratsam, andere Übermittlungswege zu nutzen: per Fax oder per E-Mail, z.B. durch Anforderung einer Empfangsbestätigung.  Damit wird jede weitere Sorge vermieden!

Selbstverständlich kann der Grenzgänger eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von einem in seinem Wohnsitzland niedergelassenen Arzt ausstellen lassen.

  • Die französische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat einen Abschnitt Nr. 1 (welcher an die CNS zu senden ist) sowie einen Abschnitt für den Arbeitgeber.   
  •  Das deutsche Formular “Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung” hat einen Abschnitt Nr. 1 (welcher an die CNS zu senden ist ) sowie einen Abschnitt für den Arbeitgeber.
  •   Die meisten Zertifikate haben nur einen Abschnitt. Es ist notwendig, den Arzt um ein Duplikat zu bitten, und es dem Arbeitgeber zukommen zu lassen

Aufgrund der derzeitigen Schwierigkeiten im Betrieb der Postdienste haben Versicherte mit Wohnsitz in Frankreich und Belgien die Möglichkeit, ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausnahmsweise per E-Mail an saisieCIT.cns@secu.lu zu senden.

Für weitere Informationen: https://guichet.public.lu/de/actualites/2020/mars/18-certificats-incapacite-travail-frontaliers.html