Ergebnisse der Umfrage zum neuen Tarifvertrag für die Versicherungsbranche

Vom 6. Juni bis 6. Juli hat die ALEBA mit einer auf unserer Website eingerichteten Umfrage die Delegierten und Arbeitnehmer der Branche um Ihre Meinung bezüglich des neuen Tarifvertrags gebeten, dessen Verhandlungen Ende dieses Jahres beginnen sollten. Die ALEBA dankt allen Teilnehmern, die sich die Mühe machten, ihre Meinungen und Wünsche mitzuteilen, vor allem jedoch, neue, konstruktive Ideen einzubringen, die in den neuen Tarifvertrag aufgenommen werden sollen.

Zu den meistgenannten Forderungen gehört zweifelsohne die Beibehaltung und Erhöhung der Konjunkturprämie, gemeinhin auch Juniprämie genannt. An zweiter Stelle kommt eine substanzielle und lineare Erhöhung der Löhne sowie – angesichts der hervorragenden Ergebnisse der Unternehmen der Branche – eine Jahresendprämie. Und diese Ergebnisse kamen trotz gestiegener Lohnkosten durch zahlreiche Neueinstellungen hoch qualifizierter Arbeitnehmer zustande, die aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen der Kontrollbehörden (Solvency II, Kampf gegen Geldwäsche usw.) notwendig geworden waren.

An dritter Stelle stehen zahlreiche Forderungen, die den sozialen Bereich und das Gleichgewicht zwischen Privat- und Berufsleben betreffen, insbesondere die Urlaubstage, den Zugang zu Teilzeitarbeit und den Schutz gegen Stress und Mobbing, um den Anstieg des täglichen Arbeitspensums auszugleichen.

Die Erhöhung der Sonderurlaubstage im Krankheitsfall eines Kindes („Sonderurlaub aus familiären Gründen“) wurde mehrfach gefordert. Angesichts der Tatsache, dass ein Gesetz, das in die gleiche Richtung zielt, derzeit diskutiert wird, wird die ALEBA dieses Anliegen nicht in ihren Forderungskatalog aufnehmen; sie wird jedoch darauf achten, dass der Gesetzentwurf den Erwartungen der Arbeitnehmer gerecht wird.

Aus der Umfrage ergibt sich weiterhin die starke Forderung nach einer Verringerung der Arbeitszeit am Ende des Berufslebens und vor dem Renteneintritt für Arbeitnehmer ab einem bestimmten Alter. Die ALEBA wird diesen Vorschlag sowie die Möglichkeiten seiner Umsetzung analysieren.

Flexiblere Arbeitszeiten wurden öfter genannt als den Ausbau der Heimarbeit. Beide Elemente werden von der ALEBA eingehender geprüft werden; sie wird hierzu konkrete und konstruktive Vorschläge machen, die berücksichtigen werden, dass eine stärkere Flexibilität der Arbeitszeiten und der Heimarbeit natürlich zum Wohlbefinden der Arbeitnehmer beiträgt, aber auch unbestreitbaren gesellschaftlichen Entwicklungen im Sinne eines Gleichgewichts zwischen Privat- und Berufsleben Rechnung trägt. Hier müssen allerdings auch einige Einschränkungen (beispielsweise steuerliche Bestimmungen bei der Heimarbeit) beachtet werden.

Einige Teilnehmer haben eine neue, wirklich interessante Idee geäussert: Die Möglichkeit, zusätzliche Urlaubstage zu kaufen, beispielsweise mit einem Teil des 13. Monatsgehalts. Durchaus eine Überlegung wert!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ergebnis dieser Umfrage in erster Linie zeigt: Die Arbeitnehmer möchten ihre sozialen Errungenschaften zumindest behalten; ferner sollte sich der neue Tarifvertrag an die neuen Arbeitsabläufe anpassen und den Missbrauch der Arbeitgeber in mehreren Bereichen begrenzen: Überstunden, übermässige Einstellung von Praktikanten oder Studenten.

 

Jean-Marie (Jim) SCHNEIDER

Vizepräsident und Sprecher des Versicherungssektors