Feiertagsregelung bei Teilzeitmitarbeitern

Um die Feiertagsregelung einfacher zu gestalten, empfehlen wir, dass der Arbeitgeber ein sogenanntes „Feiertagskonto“ für jeden Teilzeitmitarbeiter aufstellt. Anhand dieses wird die Berechnung erleichtert.

In Luxemburg gibt es 11 gesetzliche Feiertage, in Stunden umgerechnet handelt es sich demnach um 88 Stunden, für die ein Vollzeitmitarbeiter freigestellt wird. Die Formel zum Festlegen des Feiertagskontos (Stundenzahl der Freistellung) für die betroffenen Teilzeitmitarbeiter ist folgende:

 

88 / 40 * Y = X

 

88 = Stunden der gesetzlichen Feiertage (jährlich)

40 = Arbeitsstunden in der Woche (Regel)

Y = Wochenarbeitsstunden des jeweiligen Teilzeitmitarbeiters (34, 32, 30, 28, 24, …)

X = Stundenzahl des Feiertagskontos (jährlich)

 

Wichtig ist auch den durchschnittlichen Wert der täglichen Arbeitszeit zu bestimmen:

 

Wochenarbeitsstunden / 5 (Tage) = Z

 

Z = Ersatzurlaub oder Ausgleichsurlaub (in Stunden)

 

  • Fällt ein Feiertag auf einen normalen Wochentag, an dem der Teilzeitmitarbeiter mehr als 4 Stunden arbeitet: die Arbeitsstunden werden normal vergütet und werden vom Feiertagskonto abgezogen.
  • Fällt ein Feiertag auf einen Wochentag, an dem der Mitarbeiter mindestens 4 Stunden arbeitet: die Arbeitsstunden werden vergütet und vom Feiertagskonto abgezogen. Zusätzlich hat dieser Mitarbeiter Anspruch auf Ersatzurlaub in Höhe von ½ Z Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.
  • Fällt ein Feiertag auf einen Wochentag, an dem der Mitarbeiter frei ist oder auf einen Samstag, bzw. Sonntag: dieser Mitarbeiter hat dann Anspruch auf Ersatzurlaub in Höhe von Z Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.

Ist das Feiertagskonto erschöpft obwohl noch der eine oder anderer Feiertag noch bevorsteht, dann gibt es für diesen Feiertag kein Entgelt. Ist das Feiertagskonto am Ende des Jahres nicht ganz verbraucht, so stehen diese nicht verbrauchten Stunden dem Mitarbeiter entweder als Ausgleichsurlaub zu oder diese Stunden werden vergütet.

Um das Ganze zu verdeutlichen, hier 3 Beispiele:

Beispiel 1:

32 Stunden die Woche, jeweils 8 Stunden am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, Mittwoch ist frei:

Das Feiertagskonto bei einem solchen Mitarbeiter beträgt 70.4 Stunden. Der Durchschnittswert der täglichen Arbeitszeit beträgt 6,4 Stunden.

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Montag, Dienstag, Donnerstag oder Freitag, bekommt der Mitarbeiter sein normales Entgelt für diese 8 Stunden und es werden 8 Stunden von dem Feiertagskonto abgebucht.

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf den Mittwoch oder Sonntag: der Mitarbeiter hat Anspruch auf Ersatzurlaub in Höhe von 6,4 Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.

Beispiel 2:

28 Stunden die Woche, jeweils 8 Stunden am Montag, Dienstag und Donnerstag, Freitag 4 Stunden, Mittwoch frei:

Der Feiertagskonto bei einem solchen Mitarbeiter beträgt 61.6 Stunden. Der Durchschnittswert der täglichen Arbeitszeit beträgt 5,6 Stunden.

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Montag, Dienstag oder Donnerstag, bekommt der Mitarbeiter sein normales Entgelt für diese 8 Stunden und es werden 8 Stunden von dem Feiertagskonto abgebucht.

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf den Mittwoch oder Sonntag: der Mitarbeiter hat Anspruch auf Ersatzurlaub in Höhe von 5,6 Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.

Fällt ein Feiertag auf den Freitag, bekommt der Mitarbeiter sein normales Entgelt für diese 4 Stunden und es werden 4 Stunden von dem Feiertagskonto abgebucht. Zusätzlich hat dieser Mitarbeiter Anspruch auf einen ½ Z Ausgleichsurlaub, also 2,8 Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.

Beispiel 3:

24 Stunden die Woche, jeweils 8 Stunden am Montag und Dienstag, Donnerstag 3 Stunden (unter 4 Stunden) und Freitag 5 Stunden (mehr als 4 Stunden), Mittwoch frei:

Der Feiertagskonto bei diesem Mitarbeiter beträgt 52.8 Stunden. Der Durchschnittswert der täglichen Arbeitszeit beträgt 4,8 Stunden.

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Montag oder Dienstag, bekommt der Mitarbeiter sein normales Entgelt für diese 8 Stunden und es werden 8 Stunden vom Feiertagskonto abgebucht.

Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf den Mittwoch oder Sonntag: der Mitarbeiter hat Anspruch auf Ersatzurlaub in Höhe von 4,8 Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.

Fällt ein Feiertag auf den Freitag, bekommt der Mitarbeiter sein normales Entgelt für diese 5 Stunden und es werden 5 Stunden von dem Feiertagskonto abgebucht. Jeglicher Arbeitstag, welcher mehr als 4 Stunden Arbeitszeit beträgt, wird gleich gehandhabt wie ein 8-Stunden-Tag. Es besteht hier also kein Anspruch auf Ausgleichsurlaub.

Fällt ein Feiertag auf den Donnerstag, bekommt der Mitarbeiter sein normales Entgelt für diese 3 Stunden und es werden auch 3 Stunden von dem Feiertagskonto abgebucht. Zusätzlich hat dieser Mitarbeiter Anspruch auf einen ½ Z Ausgleichurlaub, also 2,4 Stunden. Dieser Ersatzurlaub muss binnen einer Frist von 3 Monaten ab dem jeweiligen Feiertag genommen werden. Kann der Ausgleichsurlaub aus betrieblichen Gründen nicht gewährt/genommen werden, hat der betroffene Mitarbeiter Anspruch auf das entsprechende Entgelt.

Der Arbeitgeber kann jedoch auch eine andere Berechnungsmethode anwenden. Es gibt keine einheitliche Berechnung. Das Gesetz legt nur fest, dass die Feiertage auf Teilzeitmitarbeiter proratisiert werden müssen.