Der Tarifvertrag (Convention collective de travail, CCT) für Bankangestellte existiert bereits seit mehr als 40 Jahren.

Er wurde eingeführt, um während der außergewöhnlichen Wachstumsphase in den 1970er-Jahren, der Golden Years, die Einkommen und den Schutz der Mitarbeiter des Finanzplatzes zu garantieren.

Auch wenn viele nur seine finanziellen Aspekte wie etwa die Konjunkturprämie kennen, ist der Tarifvertrag jedoch auch ein wichtiges Instrument zum Schutz der Arbeitsplätze und der Arbeitnehmer des Finanzsektors.

Im Lauf der Jahre wurde der Kollektivvertrag mehrfach weiterentwickelt: die Einführung eines Vergütungssystems nach dem absolvierten Bildungsweg, die Einführung einer Gehaltspolitik nach dem Familienstand (Haushaltszulage, heute Dienstalterszulage), ein erhöhter Kündigungsschutz durch die Verdoppelung der Kündigungsfrist bei Beendigung des Arbeitsvertrags aus wirtschaftlichen Gründen, jedoch noch ohne zusätzliche Urlaubstage und das Recht auf Weiterbildung.

Eine wahre Revolution stellt die Unterzeichnung des Tarifvertrags 1993 dar: Diese Vereinbarung wurde vom Präsident der ABBL und einer verschwindend kleinen Gewerkschaft des Finanzplatzes unterzeichnet, ohne die anderen Sozialpartner einzubeziehen und zum Nachteil der Beschäftigten des Sektors. Diese Vereinbarung führte das Prinzip der Bewertung der Arbeitsleistung, und zwar einzig und allein durch den Manager, ein, was heute noch immer der Fall ist.

Eine weitere Veränderung, die auf die seit einigen Jahren trübe Lage des Sektors zurückzuführen ist: den im Vergleich zu den finanziellen Belangen immer größer werdenden Stellenwert der Forderungen, die auf das Wohlergehen des Arbeitnehmers abzielen, beispielsweise: die Erhöhung der Zahl der zusätzlichen Urlaubstage, Firmenausflüge, Gewerkschaftsurlaub usw.

Zu Beginn der Verhandlungen über den Tarifvertrag CCT 2014-2016 kündigte die ABBL jeden Artikel auf, was einer völligen Anlehnung des Tarifvertrags gleichkam. Für die ALEBA und die anderen Gewerkschaften war dies schlicht inakzeptabel! Wir nahmen die Gespräche erst wieder auf, als sich die ABBL damit abfand, den Tarifvertrag 2011-2013 als Verhandlungsgrundlage anzuerkennen.

Auch in diesem Jahr ist die ALEBA wieder die führende Gewerkschaft in den anstehenden Verhandlungen und hat sich wie immer zum Ziel gesetzt, die Interessen aller Arbeitnehmer des Finanzplatzes, die die wahren Schmiede seines Erfolgs sind, bestmöglich zu vertreten. Um einen vollständigen Forderungskatalog vorlegen zu können, der die Erwartungen aller Arbeitnehmer des Bankensektors widerspiegelt, ruft die ALEBA alle ihre Mitglieder und betroffenen Arbeitnehmer auf, ihr ihre Meinung zum Tarifvertrag mitzuteilen.

Die ALEBA wird sich bei der Ergänzung ihres Forderungskatalogs auf Ihre Überlegungen stützen.