FAQ – KOLLEKTIVVERTRAEGE BANKEN- bildungs und ausbildungskomponente

Artikel 27 des KV Banken 2018-2020 sieht vor, dass der Arbeitgeber für Ausbildung und Beschäftigungsfähigkeit ein Budget von 1,5% der Referenzlohnsumme für das Jahr 2020 zur Verfügung stellt. In der Praxis haben mehrere Delegierte ähnliche Fragen an uns gerichtet, und es lohnt sich, Bilanz zu ziehen.

Wie hoch ist der Referenzlohn?

Es handelt sich ganz einfach um die Gesamtvergütung der unter das Abkommen fallenden Arbeitnehmer, von der 1,5 % berechnet wird, und dieser Betrag muss zur Finanzierung der Ausbildung der unter das Abkommen fallenden Arbeitnehmer verwendet werden.  Es gibt natürlich nichts, was ein Unternehmen daran hindert, mehr zu investieren.  Beachten Sie, dass Arbeitnehmer,welch nicht unter die Vereinbarung fallen, nicht unter diesen Artikel 27 fallen, aber es ist logisch, dass das Unternehmen auch in ihre Ausbildung und Beschäftigungsfähigkeit investieren sollte.

 Wenn dieser Ausbildungsrahmenbetrag in diesem besonderen Jahr aufgrund der Gesundheitskrise nicht ausgegeben wurde, kann er dann kapitalisiert und in den Folgejahren verwendet werden?

Im besonderen Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ist Verständnis erforderlich. Einem Arbeitgeber kann nicht vorgeworfen werden, dass er nicht in Schulungen investiert, die abgesagt wurden. Jegliche im Jahr 2020 geplante und gewährte Ausbildung sollte jedoch nicht aus dem Finanzrahmen 2021, sondern aus einem Budget für 2020 entnommen werden. Im Allgemeinen könnte man auch erwarten, dass die Unternehmen diese Bilanz von 2020 auf 2021 übertragen, da die Ausbildung heutzutage so wichtig ist.

 Wenn der Schulungsbetrag in diesem Jahr nicht vollständig ausgegeben wird, kann er dann für die Anschaffung von IT-Ausrüstung verwendet werden, um den Mitarbeitern Telearbeit unter besseren Bedingungen zu ermöglichen?

Auf Vorschlag der Personaldelegation könnte das Unternehmen diesen Ausbildungsrahmen tatsächlich nutzen, um die vertraglich zur Telearbeit verpflichteten Mitarbeiter für die Telearbeit auszurüsten und sie in die Lage zu versetzen, ihre Aufgaben unter guten Bedingungen zu erfüllen. Das Unternehmen ist jedoch nicht verpflichtet, diesen anzunehmen. Das ungenutzte Ausbildungsbudget könnte auch dazu verwendet werden, den Wert der Investitionen des Personals in einem so besonderen und schwierigen Jahr weiter zu steigern.

 Welches Kontrollrecht hat die Personaldelegation in Bezug auf die Verwendung oder Nichtverwendung des Ausbildungsbetrages?

Der Banken-Tarifvertrag (Artikel 30 – Zugang zur Ausbildung) legt fest, dass “gemäss Art. L.414-9 des Arbeitsgesetzes in Unternehmen mit mindestens 150 Beschäftigten, unbeschadet der Anwendung anderer gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen Entscheidungen über die Einrichtung und Durchführung eines beruflichen Weiterbildungsprogramms oder einer kollektiven Maßnahme in gegenseitigem Einvernehmen zwischen dem Arbeitgeber und der Personalvertretung getroffen werden müssen. » Jedoch unabhängig von der Größe des Unternehmens und falls der soziale Dialog kompliziert ist, rät ALEBA, vom externen Auditor zu verlangen, dass er die Existenz und Verwendung des 1,5%igen Umschlags für die Ausbildung bestätigt.  Das Gleiche gilt für den 1%igen Finanzrahmen, der den Erwerb und die Entwicklung von Fähigkeiten belohnen soll (Artikel 14).

 Was sind die Konsequenzen für den Arbeitgeber, wenn er diese Investition in die Ausbildung nicht respektiert?

Zunächst einmal wäre es ein sehr schlechtes Signal an die Mitarbeiter des Unternehmens.  Ausbildung ist ein wichtiges Thema, und das Unternehmen hat in diesem Bereich nicht nur eine vertragliche Verpflichtung zur Einhaltung, sondern vor allem auch eine soziale Verantwortung.

Im Falle von Bedenken und nach Ausschöpfung des gesamten internen sozialen Dialogs laden wir die Delegationen ein, sich mit der ALEBA in Verbindung zu setzen, welche die Angelegenheit im Gemeinsamen Gewerkschafts / ABBL-Ausschuss aufgreifen wird.  Falls der Arbeitgeber nicht hören will, wird die ALEBA die Angelegenheit wegen Nichteinhaltung einer sektoriellen Vereinbarung vor Gericht bringen.