Tarifvertrag Banken: ALEBA informiert über den aktuellen Stand

PRESSEMITTEILUNG:

Tarifvertrag Banken: ALEBA informiert über den aktuellen Stand

Die ALEBA hat die Kommunikation der Gewerkschaft OGBL von diesem Montag, 7. Mai 2018, hinsichtlich der noch immer laufenden Verhandlungen über den neuen Tarifvertrag für Banken zur Kenntnis genommen. „Was wir dabei vor allem bedauern“, erklärt Generalsekretär Laurent Mertz, „ist der Mangel an Loyalität, der die Verhandlungen ernsthaft gefährdet. Denn im Rahmen der einheitlichen Gewerkschaftsfront bestand ein formeller Konsens darüber, über den Inhalt der Verhandlungen Stillschweigen zu bewahrend. Es ist wirklich sehr enttäuschend, dass der OGBL aus wahrscheinlich rein wahltaktischen Gründen sein Versprechen nicht eingehalten hat. Die Diskussionen sind technisch, umfangreich und komplex – sie zum derzeitigen Stand auszubreiten, ist unnütz. Auf keinen Fall nützt es den Interessen der Arbeitnehmer der Branche. Es zeigt jedoch ziemlich deutlich, ob der OGBL wirklich gewillt ist, etwas Konkretes zustande zu bringen …“

Inhaltlich möchte die ALEBA die von der sozialistischen Gewerkschaft veröffentlichten Informationen also nicht kommentieren. Als Mehrheitsgewerkschaft des Finanzsektors möchte sie dennoch darauf hinweisen, dass – wenngleich nicht alle ursprünglichen gemeinsamen Forderungen immer vollends übernommen wurden – die ABBL bei einigen Punkten die Haltung geändert hat, indem sie mehrere legitime Anliegen der Gewerkschaften verstanden und – manchmal in Teilen – übernommen hat. „Natürlich wird sich der neue Tarifvertrag grundsätzlich von seinem Vorgänger unterscheiden. Doch ist es nicht das, was auch wir selbst wünschen: Einen modernen, vereinfachten Vertrag, der der Entwicklung der Berufe im Bankensektor besser Rechnung trägt? Im finanziellen Bereich musste jede Seite Zugeständnisse machen, doch das ist nun einmal so bei Verhandlungen. Für die ALEBA, die immer um eine konstruktive und offene Haltung bemüht ist, stellt das auch kein Problem dar, solange der Geist unserer Forderungen respektiert wird und Zugeständnisse beiderseits gemacht werden.“ 

Die ALEBA erinnert daran, dass die Verhandlungen ein „Ganzes“ darstellen und dass, auch wenn einige Punkte noch diskutiert und eine gemeinsame Basis gefunden werden müssen, andere, neue Elemente insbesondere im Bereich der Vergütungen eine echte Chance für die Arbeitnehmer des Sektors darstellen. „Wenn man beispielsweise daran denkt, was die Juniprämie ersetzen soll, wird mit Sicherheit niemand etwas verlieren – im Gegenteil“, fügt Laurent Mertz hinzu, der den im Ausland weilenden Gilles Steichen ersetzt. „Ja, der Ansatz ist anders, doch wer vorankommen möchte, der strebt danach, seine Kompetenzen zu erweitern und akzeptiert, sich den Bedürfnissen von morgen gemäß weiterzubilden. Dieser neue Tarifvertrag stellt eine Chance dar, die es zu nutzen gilt. Darüber hinaus sind genügend Sicherungen eingebaut, die dafür sorgen, dass jeder im neuen System seinen Platz findet und niemand auf der Strecke bleibt. Darauf werden wir achten.“

Was beispielsweise die Arbeitszeit, die Weiterbildung oder auch das Wohlbefinden anbelangt, bedauert die ALEBA, dass die Unkenntnis der Arbeitswirklichkeit der Arbeitnehmer des Finanzsektors die Zentrale der sozialistischen Gewerkschaft dazu treibt, die aktuellen Herausforderungen nicht zu verstehen und auf veralteten Positionen zu verharren. „Für die ALEBA muss der neue Tarifvertrag unbedingt zugunsten der Arbeitnehmer des Sektors ausfallen, vor allem dadurch, dass er es ihnen langfristig ermöglicht, die Herausforderungen zu meistern, die die Banken des Finanzplatzes Luxemburg erwarten. Diese Überlegung gehört zu unserer Verantwortung als Gewerkschaft und für uns bei der ALEBA führt daran kein Weg vorbei. Das schließt eine manchmal veränderte Herangehensweise ein, stellt aber auf keinen Fall die von uns vertretenen Werte infrage – und schon gar nicht die strikte Einhaltung der Gesetzgebung, beispielsweise im Bereich der Arbeitszeit. Das ist unsere unbedingte Verpflichtung gegenüber allen Arbeitnehmern des Sektors; aus diesem Grund akzeptieren wir auch nicht, dass der Tarifvertrag verramscht wird.“

Für die ALEBA bleibt es deshalb offensichtlich, dass die ABBL noch über mehrere die Verhandlungen blockierende Elemente nachdenken muss, und das ist auch ein Grund für die Verlängerung der Verhandlungen. Der Arbeitgeberverband muss hier so schnell wie möglich alternative Vorschläge auf den Tisch legen, da der Zeitpunkt der Auszahlung der Juniprämie näher rückt.

Abschließend weist die ALEBA darauf hin, dass jede Gewerkschaft irgendwann, und vielleicht schon bald, Verantwortung übernehmen muss, das heißt, den neuen Tarifvertrag für Banken zu unterzeichnen oder nicht. „Ich erwarte natürlich, dass diejenigen, die heute die seit eineinhalb Jahren vollbrachte Arbeit infrage stellen, zur Vernunft kommen oder aber zur gegebenen Zeit ehrlich ihre Verantwortung übernehmen. Dies sollten wir alle beherzigen. Doch man kann nicht immer in die Suppe spucken und Alarm schlagen, um dann letztendlich doch zu unterzeichnen, wie es auch im Juni 2017 der Fall war. Die Arbeitnehmer des Sektors verdienen eine deutlich verantwortungsvollere Haltung“, so Laurent Mertz abschließend, der daran erinnert, dass, die ALEBA aufgrund der Mandatsverteilung im Sektor den Tarifvertrag notfalls auch allein unterzeichnen kann.

 

 

Pressekontakte:

Laurent Mertz, Generalsekretär (laurent.mertz@kbl-bank.com / +352 621 232 295)

Sandra Carvalho, Head of Communications & Strategy (sandra.carvalho@aleba.lu / +352 671 223 228)