Der erste Tarifvertrag (Convention Collective de Travail, CCT) für die Arbeitnehmer der Versicherungsbranche wurde am 17. Mai 1967 zwischen den Unternehmen:

  • La Baloise-Incendie Luxembourg, vertreten durch Herrn Alphonse Osch
  • Le Foyer S.A, vertreten durch Herrn Marc Lambert, Vorstandsvorsitzender, und Herrn Jules Keip, Direktor
  • La Luxembourgeoise S.A., vertreten durch Herrn Tony Biever, Präsident und Herrn Robert Hentgen, Geschäftsführer

einerseits und

  • La Fédération des Employés Privés (FEP), vertreten durch Herrn Roger Theisen, Präsident, und Herrn Marcel Wahl, Vizepräsident (die ALEBA, die der FEP nach dem Zweiten Weltkrieg beigetreten war, war noch immer unabhängig, jedoch eng mit der heute nicht mehr existierenden FEP verbunden)

andererseits.

Dieser Tarifvertrag trat am 1. Januar 1967 in Kraft und hatte eine Laufzeit von 2 Jahren.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der Tarifvertrag – ebenso wie seine Nachfolger – nicht VOR dem Datum ihres Inkrafttretens (in der Regel der 1. Januar) unterzeichnet werden konnte.

Der erste Tarifvertrag legte die Zahl der jährlichen Urlaubstage fest (z. B. 16,5 Tage für Arbeitnehmer unter 30 Jahren) und führte Tage für Sonderurlaub, die Einteilung in vier Funktionsgruppen, eine Haushaltsprämie, ein 13. Monatsgehalt sowie Zuschläge für Nachtarbeit ein.

Im Lauf der Jahre veränderte sich der Tarifvertrag für Versicherungen, der demjenigen für Banken ähnelte, jedoch immer auch einige Unterschiede enthielt, regelmäßig, um sich den Erfordernissen der jeweiligen Epoche anzupassen. So wurden immer wieder Artikel hinzugefügt oder entfernt, bis er schließlich das Aussehen hatte, das wir heute kennen.

Auch wenn viele nur seine finanziellen Aspekte wie etwa die Konjunkturprämie kennen, muss man auch den Arbeitsplätze sichernden und die Rechte der Arbeitnehmer der Versicherungsbranche schützenden Charakter des Tarifvertrags erwähnen.

Im Lauf der Jahre erfuhr der Tarifvertrag so manche Veränderung: Einführung eines Vergütungssystems in Abhängigkeit von der Schullaufbahn, Einteilung in 13 Funktionsgruppen anstatt der 4 vorherigen, um schließlich auf 6 Gruppen zurückzugehen, Umwandlung der Haushaltsprämie in eine Dienstaltersprämie, Einführung eines Kündigungsschutzes durch die Verdoppelung der Kündigungsfrist im Fall einer Vertragsauflösung aus wirtschaftlichen Gründen, oder auch zusätzliche Urlaubstage, das Recht auf Weiterbildung, flexible Arbeitszeitregelung usw.

Eine echte Revolution stellte die Unterzeichnung des Tarifvertrags 1999 dar, als die Gewerkschaften das gleiche Vergütungssystem akzeptieren mussten, das auch beim Tarifvertrag für Banken durch die Unterschrift des entsprechenden Regelwerks 1993 eingeführt worden war, das damals vom Präsidenten der ABBL und einer Gewerkschaft ausgehandelt worden war, die am Finanzplatz nur eine verschwindend kleine Minderheit repräsentierte; dieser Tarifvertrag wurde ohne die Hinzuziehung der anderen Sozialpartner und zum Nachteil der Arbeitnehmer der Branche abgeschlossen und führte die Einführung einer leistungsbezogenen Bezahlung ein, deren Beurteilung allein dem Manager oblag – was heute noch immer der Fall ist.

Eine weitere Veränderung, die auf die seit einigen Jahren trübe Lage des Sektors zurückzuführen ist: den im Vergleich zu den finanziellen Belangen immer größer werdenden Stellenwert der Forderungen, die auf das Wohlergehen des Arbeitnehmers abzielen, beispielsweise: die Erhöhung der Zahl der zusätzlichen Urlaubstage, das Verlassen des Arbeitsplatzes, der Gewerkschaftsurlaub usw.

Auch in diesem Jahr ist die ALEBA wieder die federführende Gewerkschaft bei den anstehenden Verhandlungen und wird sich – wie immer – so gut es geht für die Verteidigung der Interessen aller Arbeitnehmer der Versicherungsgesellschaften einsetzen, die durch ihre Arbeit den Erfolg der Branche ermöglichen. Um einen umfassenden Forderungskatalog vorlegen zu können, der die Erwartungen der Arbeitnehmer der Versicherungsbranche widerspiegelt, hat die ALEBA alle ihre Mitglieder und die betroffenen Arbeitnehmer aufgerufen, uns ihre Meinung über den Tarifvertrag mitzuteilen.

Die ALEBA wird auf Grundlage Ihrer Vorschläge ihren Forderungskatalog ergänzen.