ÄNDERUNGEN 2018 IM BEREICH URLAUB

Das Gesetz vom 15. Dezember 2017, das am 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist, bringt beträchtliche Änderungen hinsichtlich des Sonderurlaubs mit sich. Hier eine Vergleichstabelle, welche die wichtigsten Modifizierungen zusammenfasst:

Art des Sonderurlaubs

Vor der Reform

Seit dem 1. Januar 2018

Urlaub nach der Geburt oder der Adoption eines Kindes unter 16 Jahren, auch Vaterschaftsurlaub (1) genannt 2 Tage 10 Tage innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt
Urlaub bei Todesfall eines minderjährigen Kindes 3 Tage 5 Tage
Urlaub bei Einberufung zum Militärdienst 1 Tag Gestrichen
Urlaub bei Heirat oder Eintragung einer Partnerschaft – PACS (Achtung Grenzgänger: die Partnerschaft per Antrag im Personenstandsregister eintragen lassen)

6 Tage für das Brautpaar / die beiden Partner

2 Tage für die Eltern

Heirat

– 3 Tage für das Brautpaar

– 1 Tag für die Eltern

Eintragung e. Partnerschaft

– 1 Tag für die beiden Partner

– Kein Urlaub mehr für die Eltern

Urlaub bei Wohnsitzwechsel (2) 2 Tage 2 Tage alle 3 Jahre
Urlaub aus familiären Gründen (3) 2 Tage pro Jahr

Je nach Alter des Kindes:

– Unter 4 Jahren: 12 Tage

– Zwischen 4 und 13 Jahren: 18 Tage

– Zwischen 13 und 18 Jahren + Krankenhausaufenthalt: 5 Tage

Mutterschaftsurlaub und Adoptionsurlaub (4)

Mutterschaftsurlaub:

8 Wochen + Urlaub für Stillzeit

 

Adoptionsurlaub:

8 Wochen – 12 Wochen bei Mehrfach-Adoption

Mutterschaftsurlaub und Adoptionsurlaub:

12 Wochen

(1): Dieser Urlaub muss auch geschiedenen/getrennt lebenden Elternteilen zugestanden werden, sowie dem Schwiegervater oder der Schwiegermutter, die sich zusammen mit dem Vater oder der Mutter um die Erziehung des Kindes kümmert.

Die 10 Urlaubstage können mit Zustimmung des Arbeitgebers aufgesplittet werden, doch müssen sie innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt des Kindes genommen werden. Bei fehlender Zustimmung muss der Urlaub in einem Stück und unmittelbar nach der Geburt oder der Adoption des Kindes genommen werden.

Bedingungen: Der Arbeitnehmer muss den Arbeitgeber mindestens 2 Monate im Voraus über die Daten informieren, an denen er seinen Urlaub nehmen möchte. Der Arbeitnehmer muss dieser Information ein ärztliches Attest über den zu erwartenden Geburtstermin oder einen Beleg über die voraussichtliche Ankunft des adoptierten Kindes beifügen. Falls diese Information innerhalb der 2-Monatsfrist erfolgt, kann der Urlaub auf 2 Tage reduziert werden. Aus diesem Grund spricht man davon, dass dieser Sonderurlaub effektiv erst am 1. März 2018 in Kraft tritt.

(2): Dieser Urlaub bleibt in seiner Dauer unverändert, doch kann er nur noch einmal alle 3 Jahre beim gleichen Arbeitgeber genommen werden. Ab sofort ist dieser Urlaub bei einem Arbeitgeberwechsel geschuldet, ohne dass nachzuprüfen ist, ob er beim früheren Arbeitgeber bereits genommen wurde.

(3): In den Genuss des Urlaubs aus familiären Gründen kommt jeder Arbeitnehmer, dem der Unterhalt eines Kindes unter 18 Jahren obliegt, der die Anwesenheit eines Elternteils erfordert. Als unterhaltsberechtigte Kinder gelten alle Kinder, die während oder außerhalb der Ehe geboren wurden, sowie Adoptivkinder.

Beide Elternteile können den Urlaub nicht gleichzeitig nehmen. Der Urlaub aus familiären Gründen wird auf geschiedene/getrennt lebende Elternteile sowie auf die Schwiegereltern ausgedehnt, die die Erziehung des Kindes zusammen mit der Mutter oder dem Vater sicherstellen.

Falls die körperlichen oder psychischen Fähigkeiten eines Kindes nur 50 % oder weniger betragen, wird die Dauer des Urlaubs ohne Altersbeschränkung verdoppelt.

Dabei bleibt die Aufsplitterung des Urlaubs weiterhin möglich.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass der Urlaub für den letzten Altersabschnitt des Kindes nur dann gewährt wird, wenn das Kind ins Krankenhaus muss.

Achtung: Die bereits vor dem 1. Januar 2018 genommenen Urlaubstage werden von der geschuldeten Maximalzahl der Urlaubstage für besagten letzten Altersabschnitt abgezogen. Dies gilt nur für die beiden ersten Altersabschnitte.

(4): Unabhängig davon, ob die Mutter stillt oder nicht, ob es sich um eine Mehrfach- oder eine Frühgeburt handelt, der neue Mutterschaftsurlaub dauert für alle Mütter 12 Wochen.

In den Genuss des 12-wöchigen Urlaubs zum Empfang eines Adoptivkinds kommt nur einer der beiden Elternteile.

Sonderfälle aufgrund des Tarifvertrags (Banken und Versicherungen):

Auch wenn die beiden Tarifverträge derzeit gekündigt sind, bleiben Sie bis zum Inkrafttreten eines neuen Tarifvertrags gültig. Der letzte Tarifvertrag (CCT) behält also auch im Jahr 2018 seine Gültigkeit, solange der neue Tarifvertrag noch nicht unterzeichnet ist.

Ein Tarifvertrag kann nur Bestimmungen enthalten, die vorteilhafter für die Arbeitnehmer sind als das Gesetz; hier die zusätzlichen Rechte, die derzeit noch gelten:

Art des Sonderurlaubs

Tarifvertrag Banken

Tarifvertrag Versicherungen

Urlaub bei Einberufung zum Militärdienst 1 Tag Kein Sonderurlaub
Urlaub nach der Geburt oder der Adoption eines Kindes unter 16 Jahren 3 Tage bis zum 1. März 2018, danach 10 Tage 3 Tage bis zum 1. März 2018, danach 10 Tage

Urlaub bei Heirat oder Eintragung einer Partnerschaft – PACS

(Achtung Grenzgänger: die Partner-schaft per Antrag im Personenstands-register eintragen lassen)

Brautpaare/Partnerschaften:

6 Tage (bis zum Inkrafttreten des neuen Tarifvertrags)

Eltern des Brautpaars/der Partner:

2 Tage

Brautpaare/Partnerschaften:

6 Tage (bis zum Inkrafttreten des neuen Tarifvertrags)

Eltern des Brautpaars/der Partner:

2 Tage

Allgemeine Informationen:

Der Sonderurlaub muss zum Zeitpunkt des Ereignisses genommen werden. Er kann weder vorher noch nachher genommen werden. Sonderfall: der neue Vaterschaftsurlaub.

Wenn ein Tag Sonderurlaub auf einen Sonntag, Feiertag oder einen nicht gearbeiteten Werktag fällt, wird er auf den ersten Werktag verschoben, der auf das Ereignis folgt.

Beispiel: Geburt des Kindes am 1. Mai. Da der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag ist, beginnen die zehn Tage Vaterschaftsurlaub erst am 2. Mai.

Wenn das Ereignis während des bezahlten Urlaubs stattfindet, wird letzterer für die Dauer des Sonderurlaubs unterbrochen.

Wenn das Ereignis, das zu Sonderurlaub berechtigt, während einer Krankheitsphase stattfindet, verfällt der Sonderurlaub leider.

Schließlich gilt, dass der Sonderurlaub bei Teilzeitmitarbeitern nicht proratisiert wird. Es ist nämlich die Rede von vollen Tagen und demzufolge haben auch Teilzeitmitarbeiter Anspruch auf den gesamten Sonderurlaub.

 

Bei Rückfragen steht Ihnen die juristische Abteilung der ALEBA zur Verfügung, entweder per E-Mail:  legal@aleba.lu oder per Telefon (+352) 223 228-1.

Das Gewerkschaftsbüro steht Ihnen von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr zur Verfügung, entweder per E-Mail:  info@aleba.lu  oder per Telefon (+352) 223 228-1.