01.05.2019 | INTERNATIONALES FEST DER ARBEIT(SZEIT)

Wir feiern die Arbeit seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Doch das Internationale Fest der Arbeit, auch Labor Day genannt, wie es heutzutage am 1. Mai gefeiert wird, hat seinen Ursprung in den Kämpfen der Arbeiterbewegungen am ausgehenden 19. Jahrhundert für die Einführung des Achtstundentags.

Doch wenn diejenigen, die vor mehr als 200 Jahren für dieses Recht kämpften, heute einen Rundgang durch den Finanzsektor in Luxemburg machen würden, wären sie zweifelsohne zutiefst erschrocken.

Für zahlreiche Arbeitnehmer ist der Achtstundentag nicht mehr als eine verblasste Erinnerung, wenn sie ihn überhaupt jemals erlebt haben. Reduzierung des Personals, komplexe Aufgaben, verkürzte Deadlines, Erhöhung der persönlichen Arbeitsbelastung, gestiegene Anforderungen und persönliche Zielvereinbarungen, Druck seitens des Arbeitgebers, Konkurrenz, Angst vor Outsourcing, Furcht vor dem Jobverlust: Das alles trägt heute dazu bei, dass man täglich immer mehr Überstunden leistet, immer ein wenig länger im Büro bleibt und bereit ist, seine Zeit, sein Familienleben oder die Zeit für sich ganz persönlich zu opfern.

Natürlich muss man akzeptieren, mit anzupacken, wenn das Unternehmen darum bittet, wenn es die Arbeit erfordert. Doch punktuell. Die Leistung von Überstunden – wenn der Arbeitgeber deren Anerkennung akzeptiert, was jedoch nicht immer der Fall ist – muss wirklich die Ausnahme bleiben.

Die ALEBA kämpft tagtäglich für die Einhaltung der Tarifverträge und der arbeitsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Arbeitszeit. An diesem 1. Mai lädt Sie die ALEBA ein, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen und über die Zeit nachzudenken, die Sie Ihrer Arbeit widmen.

Ich wünsche allen ein schönes Internationales Fest der Arbeit!

Laurent Mertz
Generalsekretär