Die ALEBA solidarisch mit den Angestellten des Finanzsektors der Tschechischen Republik

Der ALEBA wurde am Mittwoch den 15. November 2017 von der UNI europa mitgeteilt, dass die Gewerkschaft des Finanzsektors der Tschechischen Republik derzeit mit Probleme konfrontiert ist, die mit der Verhandlung des neuens Tarifvertrags zu tun haben.

Roberto Scolati, Präsident der ALEBA : „Natürlich unterstützen wir unsere tschechischen Kollegen in diesem Kampf gegen Arbeitgeber die den Sozialdialog ablehnen.“

14. November 2017, Pressemitteilung der Gewerkschaft OSPPP 

Stehen die Sektoren Banken und Versicherungen vor einer neuen Krise? In welchem Zustand befinden sich die Krankenversicherungsunternehmen? Warum weigern sich die Arbeitgeber, sektorale Tarifverträge abzuschließen?

Der Jahresverdienst von Bank- und Versicherungsangestellten weist eine rückläufige Entwicklung auf, der die Gewerkschaften nun Einhalt gebieten wollen!

Prag 14. November 2017 – Der Vorstand der Bank- und Versicherungsangestellten-Gewerkschaft, OSPPP, hat beschlossen, in den Sektoren Banken, Versicherung und Krankenversicherung eine Streikwarnung zu veröffentlichen.

Vierzehn Monate dauernde Tarifverhandlungen hätten ausreichen sollen, um zu einer Einigung zu kommen. Die Arbeitgeber waren jedoch nicht bereit, konstruktive Verhandlungen zu führen und beschränkten sich lediglich darauf, die von den Gewerkschaften vorgeschlagenen Änderungen des Sektortarifvertrags abzulehnen. Der heutige Vertrag wurde seit mehr als 20 Jahren mit nur geringfügigen Änderungen erneuert. Angesichts der dynamischen Entwicklung der neuen Technologien und des Arbeitsmarktes schlagen die Gewerkschaften Veränderungen vor, die zu einer Stabilisierung der Beschäftigungslage in diesem Sektor beitragen würden.

In den letzten Jahren war der Sektor von einem hohen Personalwechsel geprägt, mit dem Resultat, dass erfahrene Angestellte die Branche verlassen. Die wichtigsten Gründe sind der unverhältnismäßig hohe Leistungsdruck, die ständig wachsende Arbeitbelastung und das Arbeitstempo. Es wird eine Weiterqualifizierung verlangt, jedoch keine Freistellung für Bildung gewährt. Der Finanzsektor gehört gemäß dem ‘Mobbing Free Institute’ in der Tschechischen Republik zu den sich in Bezug auf Mobbing und Belästigung am schlechtesten entwickelnden Sektoren (viertletzter Rang). Auch das geschlechtsspezifische Lohngefälle ist hier mit 40% zum Nachteil der Frauen beispiellos hoch. Die Angestellten beklagen sich über die Unternehmenskultur und viele verlassen den Sektor, was sich vor allem in den Filialen auf die Qualität des Kundendienstes auswirkt. In den Unternehmen in diesem Sektor fehlen tagtäglich 700 Angestellte. Und dennoch steigern die Unternehmen ihre Gewinne – auf Kosten überlasteter Mitarbeiter!

Die Arbeitgebervertreter sind nicht wirklich an Verbesserungen im sektoralen Tarifvertrag interessiert. Die Firmenleitungen haben nur eine vage Vorstellung von der Funktionsweise des sozialen Dialogs auf dieser Ebene.

Die Gewerkschaft der Bank- und Versicherungsangestellten fordert auf allen Ebenen einen konstruktiven Dialog, der zum Abschluss eines sektoralen Tarifvertrags führt. Dazu sind Maßnahmen der Unternehmen zur Stabilisierung der Beschäftigung, Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Angestellten und die Anhebung der Gehälter notwendig, die der Gewinn- und Geschäftslage dieser Unternehmen Rechnung tragen.

Geht es den Muttergesellschaften tatsächlich so schlecht, dass sie ein solches Vorgehen in unserem Land zulassen? Stehen die Aktionäre ihren Investitionen wirklich gleichgültig gegenüber? Diese Situation ist nicht tragbar. Welche Mutterunternehmen sind hier angesprochen? Erste, Société Générale, KBC, Unicredit, Vienna Insurance Group, Societe Beaujon (Axa), Generali.

Bei Fragen wendet euch bitte direkt an den Leiter der Gewerkschaft OSPPP.

Bc. František Hupka
Telefon: +420 602 217 016
E-mail: hupka.frantisek@cmkos.cz

 

Trade Union of Banking and Insurance Employees | www.osppp.cz